Bei seinem Besuch im Windpark Marsberg-Meerhof macht der Landesverband Erneuerbare Energien NRW den CDU-Bundesvorsitzenden Friedrich Merz auf die Folgen eines überzogenen Artenschutzes für den Windkraftausbau aufmerksam.

Friedrich Merz, Vorsitzender der CDU Deutschlands und gleichzeitig Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, hat den Windpark Marsberg-Meerhof im Hochsauerlandkreis besucht. Diesen Termin nutzte er, um dank eines internen Aufzugs auf die Gondel einer Windenergieanlage in gut 135 Metern Höhe zu „fahren“. „Wir freuen uns, dass sich Friedrich Merz für diesen Besuch gleich zwei Stunden Zeit genommen hat, um sich von der Technik und Leistungsfähigkeit ausgereifter Windenergieanlagen zu überzeugen“, betont Christian Mildenberger, Geschäftsführer des Landesverbandes Erneuerbare Energien NRW (LEE NRW).

Für Mildenberger hätte sich Friedrich Merz keinen besseren Ort für seinen Windparkbesuch aussuchen können: „Der CDU-Bundesvorsitzende und Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion konnte hier sehen, wie der Artenschutz den Windenergieausbau nicht nur ausbremsen, sondern auch Investitionsruinen hinterlassen kann. Deshalb muss das Bundesnaturschutzgesetz dringend angepasst werden.

Unmittelbar an den Windpark Marsberg-Meerhof grenzt der geplante Windpark Himmelreich. Bei diesem genehmigten Vorhaben sollten bereits Ende 2016 elf Windenergieanlagen mit einer jährlichen Stromproduktion von 110.000.000 Kilowattstunden in Betrieb sein. Vom Windpark Himmelreich gibt es bis heute allerdings nur zwei halbfertige Türme, sechs Fundamente sowie eine einzige betriebsbereite Anlage, die durch einen Beschluss des Verwaltungsgerichtes Arnsberg nach einer Klage des NABU NRW Anfang 2017 nicht ans Netz gehen konnte. In diesen neuen Windpark hat der Landwirt Michael Flocke, der auch den Windpark Marsberg-Meerhof betreibt, bislang rund 13 Millionen Euro investiert.

Lahm gelegt im wahrsten Sinne des Wortes ist der Windpark Himmelreich durch den Mornellregenpfeifer, einen Steppenvogel, der zu Zehntausenden in der skandinavischen und russischen Tundra brütet und sich in den Wintermonaten schwerpunktmäßig in Nordafrika aufhält. Bei seinem Herbstzug rastet der Mornellregenpfeifer nach Beobachtungen unter anderem auf Flächen und Wiesen entlang der Bundeautobahn A44. „In unserem geplanten Windpark vermuten die Behörden möglicherweise mehr als 10 rastende Tiere, die sich dort wenige Stunden oder Tage aufhalten könnten“, beschreibt Betreiber Michael Flocke die Situation. Daher habe das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen (LANUV) das Gebiet zum sogenannten „Schwerpunktvorkommen“ deklariert. „Definitiv nachgewiesen ist diese Zahl bis heute nicht, obwohl unabhängige Gutachter jährlich Kartierungen in dem Gebiet vorgenommen haben – und das seit mehr als zehn Jahren.“ Flocke spricht deshalb von einem „Phantomvogel“: „Der Ausbau der Windenergie steht nach der jüngsten Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes im überragenden öffentlichen Interesse. Das muss auch für den Windpark Himmelreich gelten.“

Diese Forderung unterstützt der LEE NRW: „In einer Situation, in der wir jede Kilowattstunde aus Erneuerbaren Energien dringend brauchen, darf ein überzogener Artenschutz den Windenergieausbau nicht länger verzögern, geschweige denn verhindern“, insistiert Geschäftsführer Mildenberger.

Der Windpark Marsberg-Meerhof, den der CDU-Vorsitzende Friedrich Merz besucht, zeigt nach Einschätzung des LEE NRW zahlreiche Vorteile, die die Windenergie bietet. So gibt es ein austariertes Modell, bei dem rund 100 Grundstückseigentümer und Landwirte von den Pachteinnahmen profitieren. Neben der bereits seit Jahren gängigen Unterstützung von Meerhofer Vereinen gibt es seit Mitte 2020 auch den „Meerhofer Stromtarif“. Dabei zahlen die privaten Haushalte in Meerhof derzeit lediglich 12,75 Cent pro Kilowattstunde.

Dabei soll es nicht bleiben. Michael Flocke: „Wir wollen auch ortsansässigen Firmen Industriestrom zu günstigen Konditionen anbieten und somit zur Standortsicherung beitragen, u.a. für die heimische, energieintensive Glasindustrie.“ Die Strommengen, die er dafür zu Verfügung stellen könnte, wäre um ein Vielfaches höher, „wenn endlich der Windpark Himmelreich in Betrieb ginge.

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